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Grausiges Verbrechen in dem kleinen Ort Irsch bei Saarburg

Die Familie Weber

Grausiges Verbrechen in dem kleinen Ort Irsch
Irsch, im Mai 1945
Wie wir aus erster Hand erfahren haben, ereignete sich in der vergangenen Woche zwischen Donnerstag, den 24. Mai 1945, und Samstag, den 26 Mai 1945, ein schreckliches Verbrechen, welches in der Bevölkerung Schrecken und Angst verbreitete.
Es ist noch nicht lange her, das der schreckliche Krieg für uns alle mit großem Verlust und Tod in allen Familien zu Ende ging. Da hoffte man endlich Frieden zu haben. Aber das schreckliche Ereignis von Irsch lässt uns diese Hoffnung fast vergessen.
Was war geschehen?
Der Winzer und Jagdaufseher Nikolaus Weber aus Irsch wollte wie so oft im Leben seinen Hobby und auch Beruf nachgehen. Er war für die Familie Keller aus Saarburg in deren Irscher Jagdrevier Jagdaufseher und gleichzeitig guter Freund von Herrn Keller. Also, seiner Gewohnheit nach wollte er in seinem Revier nach dem Rechten sehen.

Kreuz Mordfall Weber
So direkt nach dem Krieg war eine Menge Leute unterwegs, welche nicht Heimat noch Zuhause hatten.
Auch Kriegsgefangene welche zurück wollten, waren in Scharen unterwegs. Allen war oft eines gemeinsam, der Haß auf alles Deutsche, welche auch schließlich dieses ganze Elend auf Europa gebracht hatten. Herr Weber verließ am vergangenen Donnerstag seine Wohnung gegen nachmittag. Als er bei beginnender Dunkelheit noch nicht nach Hause zurückgekehrt war, wurden seine Angehörigen,welche nur zum Teil von der Evakuierung zurück waren, unruhig. Zuviel ereignete sich bei Tag und Dunkel. Seine Tochter Gertrud, welche ihn erwartete, machte sich große Sorgen. Die Sperrstunde kam heran, und Herr Weber war immer noch nicht zu Hause angekommen. Vielleicht hat eine Streife ihn mitgenommen, so tröstete man sich. Aber am nächsten Tag war keine Spur von den Vermißten zu finden. Auch im Saarburger Gefängnis war nichts von einem Arrestant bekannt. Niemand hatte ihn gesehen. Im Dorf entstand eine große Aufregung, denn der allseits beliebte und geachtete Bürger blieb einfach verschwunden.
Einige Mitbewohner machten sich auf den Weg, um wenigstens etwas zu tun, und um den Vermißten zu suchen. Viel konnte man nicht unternehmen, denn es war einfach zu gefährlich, in der Gegend umher zulaufen. Zwei lange Tage und zwei noch längere Nächte suchte man ihn verzweifelt. Gebete leise und auch laut gesprochen und gemurmelt, verhallten, aber niemand fand eine Spur. Eine Frau, etwas vom Wege abgegangen, fand am Samstag, den 26.Mai 1945, den Vermißten tot auf.
Er lag unterhalb des Weges versteckt- hoch oben auf dem Scharfenberg, inmitten seines Jagdreviers. Keine Spur zeigte einen Hinweis auf dieses grausige Verbrechen, kein Hinweis wollte uns Aufschluß geben, auf eine Spur des Mörders. Denn ein Mord war es, man fand noch einige Spuren in der Umgebung, welche aber keinen Aufschluß auf den Tathergang gaben. Waren es einige, oder war es nur einer, welche diesen feigen Mord verbrochen hatten. Dieses wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben, es sei denn, der Mörder würde sich einmal selbst stellen. In einer Decke brachte man den Toten nach Irsch, um ihn in seinem Hause gebührend aufzubahren. Ein besonderes Lob verdient in diesem Zusammenhang dem hiesigen Kommandanten der Amerikanischen Streitkräfte. So wie er von dem Verbrechen gehört hatte, ließ er ein Auto mit dem Oberförster nach Simmern im Hunsrück in Marsch setzten, um die Ehefrau des Verstorbenen aus der Evakuierung heim zuholen. In Zerf konnte die Ehefrau Weber aus einem Treck geholt werden, und ihr die traurige Mitteilung, aber auch die Fahrt nach Irsch angetragen werden. Im Beisein vieler zurückgekehrter Dorfbewohner wurde der Verstorbene in Irsch beigesetzt. Einige Söhne und eine Tochter konnten nicht bei der Trauerfeier dabei sein. Gefangenschaft und mangels Möglichkeit einer Benachrichtigung, verhinderten ein rechtzeitiges Eintreffen der ganzen Familie. Wie uns noch gemeldet wurde, wollen die Angehörigen an der Stelle des Verbrechens eine würdige Gedenkstätte errichten.

Reporter: Klaus Geissler
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Denkmalkarte Irsch

Pfarrhaus
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Aktualisiert am:
27. Dezember 2010

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2. Wunder der Natur
3. Blitzkreuz
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